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Pferdereaktion auf Vermeidungsstrategien von Angst

Und der junge Ritter sagte leise zu dem alten: "Ich habe eine solche Angst, dass sogar meine Rüstung klappert." Einen Moment sagte der Alte nichts. Dann erwiderte er: "Glaubst Du, dass ich in einen solchen Kampf ziehe mit Jemandem an meiner Seite, der keine Angst hat?" Wieder verging ein kurzer Augenblick. Dann fügte der Alte hinzu: "Aber ich würde auch nicht in den Kampf ziehen mit Jemandem, der es nicht verstünde, seine Angst zu überwinden. Nur darum übrigens kannst Du meine Rüstung nicht klappern hören."

Klaus Ferdinand Hempfling

Nora E. schrieb:

Ich schreibe diese E-Mail, weil ich schon ziemlich verzweifelt bin. Mein Pferd und ich haben ein großes Problem miteinander. Mogli wird im August 10 Jahre alt und wurde nun ca. die letzten zwei Jahre nicht mehr geritten und stand im Herdenverband ganzjährig auf der Koppel.
Aufgrund eines Unfalls vor ca. 4 Jahren und einigen darauf folgenden OPs war mein Pferd bis auf kurze Phasen seit dem nicht mehr reitbar, da er sich bei dem damaligen Unfall 6 Dornfortsätze gebrochen hatte. Da mein Tierarzt nun wieder das Okay gegeben hat, dass mein Wallach reitbar wäre, stehe ich vor einem großen Problem.

Innerhalb der letzten 4 Jahre ist das Vertrauen zueinander auf Null gesunken. Seit seinem Unfall bin ich ziemlich ängstlich geworden, was den Umgang mit ihm angeht, zum Teil sogar panisch ängstlich. Zu Beginn bezog es sich nur aufs Reiten im Gelände, dann auch auf dem Reitplatz, danach in der Reithalle und nun ist schon das Führen auf der Koppel zum Tor sehr nervenaufreibend für mich und somit auch für mein Pferd. Weiter als bis zum Koppeltor kommen wir nicht. Nicht einmal zum Putzen herausführen ist möglich. Zusätzlich hatten mein Pferd und ich im letzten Jahr so gut wie keinen Kontakt mehr zueinander, da ich im letzten Jahr in Hamburg lebte und nun vor zwei Wochen wieder zurück gekommen bin.

Da das Problem bereits vor meinem Aufenthalt in Hamburg bestand, möchte ich nun lieber gleich um Hilfe bitten und möglicherweise neu und besser anfangen als bisher.

Nach der Arbeit das Feedback:

Liebe Patricia,
ich möchte mich bei Ihnen bedanken. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie viel sich bei uns verändert hat. Sie haben mir die Augen geöffnet und mir die Hilfe gegeben, die ich so sehr brauchte. Wir haben nun einen ganz neuen Anfang gemacht. Mein Pferd hat seinen richtigen Namen wieder und ist beschlagen. Er wird regelmäßig (sogar pünktlich!) zur Arbeit heranzitiert, geputzt und geritten. Er steht jetzt hier am Stall und das Führen bereitet mir keine Angst mehr. In der Bodenarbeit macht er so gut mit, dass ich mich schon längst wieder getraut habe, ihn zu reiten. Und es ist herrlich.
Alles hat einen Sinn und mein Pferd zeigt enormen Eifer. Ich bin viel selbstsicherer im Umgang mit ihm und andere Komentare können mich nicht mehr verunsichern. Ich glaube er hat gemerkt, dass ich erwachsener geworden bin und verlässlich. Ich fordere nun für ihn alles ein, was er braucht und habe ihm versprochen, dass ich ihn nie wieder im Stich lasse. Und sie hatten Recht, er versteht jedes Wort!
Ihre Nora E.

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